WARUM?

Ihr Lieben,

im Mai 2008 erlitt mein Mann Niko einen Herzinfarkt bei uns zu Hause.

Als der Rettungsarzt vor meinen Augen ihn behandelte betete ich insgeheim zu Gott:

„Lieber Gott. Lass ihn nicht sterben. Lass mich nicht mit Ende Dreißig zur Witwe werden. Ich verspreche Dir, ich mache das irgendwie wieder gut, wenn Du ihm hilfst!“ Eigentlich schon dreist, so mit dem Herrgott zu verhandeln, aber in solch einer Ausnahmesituation waren mir alle Mittel recht.

In der Tat überlebte mein Mann diesen Herzinfarkt und seine Bypass-OP ohne bleibende Schäden und ich vergaß nicht mein Versprechen. Aber wie sollte ich so was wieder gut machen? Kann man das überhaupt? Monatelang dachte ich immer wieder darüber nach, was ich wohl tun könnte, absolvierte eine Ausbildung bei den Maltesern als erste Hilfe Ausbilderin, gab Kurse zur ersten Hilfe und war mir bewusst, dass das noch lange nicht reicht.

Im Sommer 2009 lernte ich bei einem Grillabend meiner Freunde eine Nonne aus Uganda kennen, Schwester Goretti. Sie war mit ihrem Bruder, Pfarrer Kaahwa , zu Besuch bei Pfarrer Merz, welcher der Pfarrer der hiesigen katholischen Gemeinde ist.

Den kannte ich nur „vom sehen“, denn als damals noch Evangelische verschlug es mich nur ab und an in die Messe unserer wunderschönen, kleinen, katholischen Dorfkirche.

Kurz und gut, meine drei Brocken Englisch bescherten mir mit Schwester Goretti einen wunderschönen Abend und ich spürte, das ist was, das könnte Deinem Versprechen an den lieben Gott zuträglich sein. Ich versprach Schwester Goretti noch am gleichen Abend sie in Uganda zu besuchen, nichts ahnend, wie sich mit diesem Versprechen mein Leben ändern würde.